KONKURS
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Berlusconi will Parmalat vor dem Konkurs retten

Dienstag, 23. Dezember 2003 / 18:30 Uhr

Rom - Italien will dem vom Konkurs bedrohten Lebensmittelhersteller Parmalat unter die Arme greifen. Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi kündigte ein Dekret an, dass staatliche Hilfe zusichert.

Die Regierung will die EU-Kommission auffordern, die Subventionsregeln zu lockern. (Bild: Archiv)

Damit sollen tausende von Arbeitsplätzen und landwirtschaftliche Zulieferbetriebe gesichert werden, sagte der zuständige Minister für Produktionstätigkeit Antonio Marzano. Allgemein soll das Dekret künftig die Sanierung zahlungsunfähiger Grosskonzerne deutlich erleichtern.

Zudem will die Römer Regierung die EU-Kommission auffordern, die EU-Subventionsregeln für den Milchmarkt zu lockern.

Finanzloch

In der Bilanz von Parmalat klafft ein Finanzloch von bis zu 10 Mrd. Euro. Parmalat will nach italienischen Medienberichten noch am Dienstag Insolvenz und Gläubigerschutz beantragen. Damit könnte der Betrieb nach italienischem Recht zunächst weiter geführt werden.

Der Vorstand des Unternehmens sollte noch am Dienstagabend zu einer ausserordentlichen Sitzung zusammentreten. Die Parmalat-Aktie wurde an der Mailänder Börse in Erwartung einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens für den ganzen Tag vom Handel ausgesetzt. Parmalat beschäftigt in 30 Ländern insgesamt 36 000 Menschen.

Ermittlung

Der neue Konzernchef Enrico Bondi übergab unterdessen der Staatsanwaltschaft von Parma eine umfassende Dokumentation zur dramatischen Finanzlage des Unternehmens.

Die Ermittler haben nach eigenen Angaben bereits einen groben Überblick über den Fall. So sei entdeckt worden, dass wichtige Dokumente gefälscht worden seien, berichteten italienische Medien.

(bert/sda)


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