KONKURS
Anzeige
Produktionsfirma von Erfolgsfilm 'Good Bye, Lenin!' insolvent

Donnerstag, 8. April 2004 / 16:39 Uhr

Berlin - Mit 'Good Bye, Lenin!' und 'Das Wunder von Bern' hat die nun in finanzielle Not geratene Senator Entertainment AG die erfolgreichsten deutschen Filme des vergangenen Jahres produziert. Trotzdem ist Senator wegen massiver Abschreibungen überschuldet.

'Good Bye, Lenin!' war 2003 der erfolgreichste deutsche Film.

Mit den Banken und möglichen Investoren habe eine Lösung für eine Sanierung noch nicht gefunden werden können. Die Verhandlungen würden fortgesetzt. Der Geschäftsbetrieb soll so weit wie möglich weitergehen.

Angesichts der anhaltenden Flaute auf dem Kinomarkt hatte der Vorstand für den Abschluss 2003 massive Wertberichtigungen auf das Filmvermögen und die Beteiligungen vorgenommen. Die Abschreibungen waren so hoch, dass das Grundkapital aufgezehrt wurde.

Zu weiteren erfolgreichen Filmen von Senator zählen Comedian Harmonists und Die Apothekerin. Die erste eigene Kinofilmproduktion von Senator, die international Filme produziert und verleiht, war 1991 Manta, der Film.

Das vor 25 Jahren als Senator Film Verleih gegründete Unternehmen war 1986 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden. Anfang 1999 ging Senator am Neuen Markt an die Börse. Seit dem Jahr 2000 ist der Konzern mit 25 Prozent an der Kinokette Cinemaxx beteiligt.

Ausserdem gründete das Unternehmen unter anderen eine Tochter in den USA. Der Filmproduzent und langjährige Vorstandsvorsitzende, Hanno Huth, hatte sich Ende vergangenen Jahres aus dem Management zurückgezogen.

Er hält noch Anteile an Senator. Aktionär ist auch die Effecten-Spiegel AG des als Euro-Kritiker bekannten Bolko Hoffmann. Gut 63 Prozent der Anteile sind im Streubesitz.

(rr/sda)