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Swiss: Sofortmassnahmen vom Bundesrat gefordert

Dienstag, 29. April 2003 / 20:50 Uhr
aktualisiert: 23:18 Uhr

Kloten - Swiss-Chef André Dosé erwartet vom Bundesrat Sofortmassnahmen. Steuererleichterungen und tiefere Gebühren sollen der Fluggesellschaft helfen, über die Runden zu kommen. Die Schweizer Wirtschaft reagierte skeptisch.

André Dosé: Swiss kann ohne Hilfe nicht überleben.

In einem Interview mit der Tageszeitung Blick macht Dosé klar, wie schwierig die Situation der Swiss im Moment ist. SARS verschlechtert unsere Rechnung monatlich um 30 bis 40 Millionen Franken, sagte er.

Die Liquidität der Gesellschaft sei zwar bis Ende Jahr gewährleistet, doch es brauche neue Kreditlinien der Banken, um zu überleben. UBS und Credit Suisse wollen der Swiss dagegen den Geldhahn zudrehen.

Die beiden Grossbanken verteidigten ihre Haltung in der Kreditfrage. Es sei die Swiss gewesen, die nach der ersten Kredittranche von 100 Mio. Fr. auf die weiteren Tranchen in der Höhe von insgesamt 400 Mio. Fr. unwiderruflich verzichtet hätte.

Eine Nachfrage bei den Swiss-Verantwortlichen zeigte, dass die Kreditlinien tatsächlich durch die Swiss gekündigt worden waren. Die Swiss habe gedacht, dass sie nicht auf die Kredite angewiesen sein werde, sagte ein Swiss-Sprecher.

Dosé erwartet vom Bundesrat klare Worte, welche Bedeutung die Swiss für die Volkswirtschaft hat. Massnahmen müssten folgen. Dabei geht es um tiefere Landegebühren, Taxen auf Treibstoff für Inlandflüge sowie die Übernahme von Antiterror-Versicherungsgebühren.

Verlangt wird auch ein Verzicht auf die Gebührenerhöhung der Flugsicherung Skyguide. Am Mittwoch wird sich der Bundesrat mit dem Dossier Swiss beschäftigen.

Beim Wirtschaftsdachverband economiesuisse lösten Dosés Forderungen Überraschung aus. Ereignisse wie SARS gäben keinen Anlass, einzelnen Unternehmen Steuererlass zu gewähren, sagte Verbandspräsident Ueli Forster.

Unterdessen gab die Swiss bekannt, dass die während des Irakkrieges erhöhte Sicherheitsgebühr per 1. Mai aufgehoben wird.

(fest/sda)